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1836

Archäologische Grabungen
im Innenhof der Wasserburg

Im Zuge des Förderprogramms "Barrierefreier Zugang  Burg Roßlau" ist vorgesehen Versorgungsleitungen im Burghof zu verlegen und diesen anschließend behindertengerecht zu gestalten. In Vorbereitung der Baumaßnahmen wurden archäologische Grabungen auf dem Burghof notwendig. Dabei traten überraschende Resultate zu Tage.

Als Bautyp für die ursprüngliche Anlage der Rosslauer Burg wurde schon immer die Turmhügelburg, die "Motte", vermutet. Somit war für alle Beteiligten klar, dass man im Inneren des Burghofes fündig werden würde. Doch was das Grabungsteam um Holger Roder zutage förderte, übertraf alle Erwartungen.

Unmittelbar unter der rezenten Oberfläche trat das Feldsteinmauerwerk eines Bergfriedes zutage. Dieser hat einen Durchmesser von ca. 14m bei einer Mauerstärke von 4m. Deutlich wurde recht schnell, dass in einer späteren Bauphase nochmals eine ein Meter starke Schale aufgemauert wurde. Der hoch liegende Zugang dokumentiert sich heute noch in dem Fundament mit zwei Pfostenlöchern (Bild 1836, linke Bildhälfte). Der sehr kleine Innenraum ist deutlich neben dem Brunnen aus dem 16. Jahrhundert Bild (1954) zu erkennen. Er wurde im 16. Jahrhundert mittig in der alten Turmmauer angelegt. Dagegen ist der Kuppelaufbau neuzeitlich. Im Bild (1835) ist ein weiterer Brunnen zu sehen, der wahrscheinlich vom 14. bis 16. Jahrhundert in Gebrauch war.

1836
1954
1954
Zu sehen gibt es den Ring heute im Museum für Naturkunde und Vorgeschichte in Dessau.
(Askanische Str./ Museumskreuzung)

Für Interessierte besteht die Möglichkeit eine Kopie des Rings (in Gold oder Silber) bei Goldschmiede Meister Stieler (in 06862 Roßlau, Dessauer Str.) käuflich zu erwerben.
1835
1835
Deutschlands ältester Ehering gefunden
Bei baubegleitenden archäologischen Ausgrabungen auf der Burg wurde der wohl älteste Treuering Deutschlands im Gewölbe Spinnstobbe entdeckt. Als Motiv zeigt dieser einen stilisierten Handschlag. Dies galt bei den Germanen als Treuesymbol.

Zu diesem Ring erzählt man sich folgende Sage:
Der Treuering gehörte vermutlich Gertrudis von Vorest, die um 1262 auf der Burg lebte. Sie war die Tochter des Ritters Werner von Vorest und heiratete später den damaligen Burgherren Fredericus Schlichting.

Nicht überliefert ist jedoch wie die teure Dame das gute Stück verlor. Aber der Verlust scheint folgen zu haben.

Irgendwann haben zwei Männer nachts in der verlassenen Burg Steine gestohlen. Ihnen begegnete eine Frau, die heulend mit einem Schlüsselbund rasselnd durch die Gemäuer streifte. Der Volksmund spricht seit dem von der Ahnenfrau Gertrudis, die in Vollmondnächten durch die Burg schwebt und nach einem Schatz sucht.